Philosophie oder Religion?
Ξ Oktober 16th, 2007 | → 0 Comments | ∇ Gibt es einen Gott, Mal was zum Nachdenken |
Das Wort Buddhismus ist eine westliche Erfindung. Denn die eigentlichen Erkenntnisse Siddharta Gautamas, später Buddha (der Erleuchtete), heißen „Dharma“ . Und daher wird auch die Lebensweise der Menschen, die sich durch seine Lehre inspiriert fühlen und ihr Leben danach führen, nicht Buddhismus, sondern „Dharma-Praxis“ genannt.
Um zu klären, ob diese Dharma-Praxis eine Religion ist oder eine Philosophie, muss man sich erst einmal klar machen was eine Religion auszeichnet.
Religion ist eine Erklärung für die Entstehung der Welt. Es wird an einen oder mehrere Götter geglaubt, die die Welt erschufen und uns einen Sinn gaben. Früher fragten sich die Menschen, wie eigentlich alles entstanden sei. Da man es sich nicht erklären konnte war man damit zufrieden zu sagen, es gibt eine höhere Macht, die wir nicht kennen und die uns erschaffen hat.
Die Dharma-Praxis wird nicht versucht zu erklären, wie das Leben entstanden ist und löst diese Probleme auch nicht, indem sie als „höhere Macht“ abgestempelt werden, bei ihr gibt es nur den Buddha. Er ist kein Gott oder Prophet er ist nur ein Mensch.
Religionen wollen uns die Angst vor dem Tod nehmen, indem sie uns nach dem Tod das Paradies versprechen. Und wer sich weigert oder nicht nach ihren Vorschriften lebt, wird es nicht erreichen.
In der Dharma-Praxis zählt es auch nach dem Tod von allen Qualen erlöst zu werden und in Frieden zu ruhen, aber Siddharta Gautama hat diese Lehren aufgestellt um zu helfen, er will niemanden zwingen danach zu Leben. Wer allerdings meint, es seien keine Hilfestellungen, sondern Fakten die man zu befolgen hat, dann wird die Philosophie Siddharta Gautamas schnell zu einer Religion.
Eine Religion beschreibt das Leben als Prüfung, in der man sich bewähren muss und man soll den eigenen Gott preisen und ihm sein Vertrauen schenken. Hinter einer Religion steht Geld und Macht.
Die Dharma-Praxis beschreibt, wie man seinen eigenen und kreativen Weg zu einem glücklichen Leben findet. Allerdings ist man nicht nur auf der Suche nach dem Glück, sondern auch nach seinen Ängsten, den kleinen und großen Problemen des Alltags und der existentiellen Angst vor dem Tod. Wie man damit umzugehen vermag, hat er in den „vier adelnden Wahrheiten“ erläutert: Die Angst muss verstanden werden, von ihrem Ursprung muss abgelassen werden, ihr Aufhören muss verwirklicht werden und der Weg muss geübt werden. Es geht um das Leben jedes Menschen und darum, dass es ein gutes und erfülltes Leben ist.
Die Geschichte einer jeden Religion, ist gespickt von Kriegen, Gewalt, Mord und vielen anderen Verbrechen die im Namen ihres Gottes begangen wurden, weil die Heilige Schrift falsch interpretiert wurde.
Die Dharma-Praxis ist friedvoll und meidet Gewalt. Es gab keine Kriege oder Morde in ihrem Namen und auch keine Heilige Schrift die man falsch verstehen kann.
„Buddhismus“ ist keine Religion, auch wenn er so stark verbreitet ist und den äußeren Anschein nach dem Christentum in Aspekten, wie Einfluss auf und Macht über das Volk, ähnelt. Denn er ist nichts woran man glaubt oder nicht glaubt. Er ist dazu da, um seinen eigenen Geist zu erkunden und seinen inneren Frieden zu finden.